Inge Mahn - Galerie Max Hetzler
Installation view

Wir freuen uns, Sie auf unsere Ausstellung mit Werken von Inge Mahn in der Bleibtreustraße 45 aufmerksam zu machen. Dies ist die fünfte Einzelpräsentation Mahns in der Galerie Max Hetzler, die erste fand im Jahr 1975 statt.

Mahn ist bekannt für ihre skulpturalen und performativen Arbeiten, welche intensiv mit dem sie umgebenden Raum interagieren. Die zumeist aus weißem Gips bestehenden Werke sind nicht als isolierte Einheiten zu betrachten, sondern stehen stets im engen Dialog mit den individuellen architektonischen und gesellschaftlichen Begebenheiten, welche sie umgreifen.

Das gesamte Werk der Künstlerin ist gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit alltäglichen Objekten, welche oftmals durch Verfremdung und Übertreibung rekontextualisiert und aus ihrem herkömmlichen Wirkungsbereich entrückt werden. Ursprüngliche Funktionen gewöhnlicher Gegenstände oder bestimmter Orte werden auf diese Weise bewusst in Frage gestellt, wodurch dem Betrachter bisher unbekannte Facetten sowie Sichtweisen des scheinbar Alltäglichen eröffnet werden. Auch wenn ein Großteil von Mahns Skulpturen die Form bereits existierender Gegenstände aufgreift, erstellt die Künstlerin nie reine Abbilder, vielmehr übersetzt sie die Objekte in ihre eigene Gestalt, um ihnen so neue assoziative Gedanken zuzuordnen. Durch ihren stets dynamischen Charakter suggerieren die Werke Mahns einen Zustand permanenter Transformation.

In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt Mahn sowohl frühe als auch neue Skulpturen und Installationen. Sie setzt sich dabei explizit mit dem Ausstellungsraum als ehemaligem bürgerlichen Wohnraum auseinander. Elemente wie Stuckverzierungen und gründerzeitliche Raumaufteilungen werden dabei ebenso auf humorvolle Weise hinterfragt, wie die fragile Idylle des Bürgertums. Die Künstlerin versteht es auf diese Art Räume, Dinge und Menschen in neue Relationen zueinander zu setzen und hiermit ein Universum ungeahnter Möglichkeiten zu erschaffen, welches sowohl festgefahrene Konstrukte, Schemata und Konventionen hinterfragt, als auch Impulse zur Veränderung bereitet.

„So sind die Skulpturen von Inge Mahn poetische Eingriffe in unsere Umgebung: Details werden herausgegriffen, verdoppelt, vervielfacht, ergänzt. Die Dinge kommen in Fluß, die Umgebung gerät in Bewegung, so daß wir sie neu sehen, fühlen und begreifen.“

(Stephan von Wiese, in Gegenstände/Objects. Inge Mahn, Künstlerhaus Bethanien,1986)

Inge Mahn, (*1943, Teschen, Polen), lebt und arbeitet in Berlin und Groß Fredenwalde. Mahn studierte in der Meisterklasse von Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit ihrer Abschlussarbeit “Schulklasse”, (1970), war sie 1972 auf der documenta V, kuratiert von Harald Szeemann, vertreten. Später lehrte Mahn unter anderem an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee. Sie wurde 2020 als erste bildende Künstlerin im Rahmen des Bauhaus Residenz-Programms „Haus Gropius Fiktional“ eingeladen, in den Meisterhäusern zu leben und zu arbeiten.

Die Werke von Inge Mahn wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter im Bauhaus Museum, Dessau (2020), Kunstverein Braunschweig und K21 Düsseldorf (beides 2017), Cahiers d'Art, Paris (2015) sowie der Akademie-Galerie, Die Neue Sammlung, Düsseldorf (2014). Davor stellte sie unter anderem aus im MoMA PS1, New York (1981); Städtische Galerie im Lenbachhaus, München (1983); Hamburger Bahnhof, Berlin (1988); Württembergischer Kunstverein Stuttgart (1990); Kunsthalle Helsinki (1996); Kunsthalle Kassel (1999) sowie dem Schweinfurt Museum (2006).

Mahn ist in namhaften Sammlungen vertreten, darunter ARTER, Istanbul; Hamburger Bahnhof, Collection Egidio Marzona, Berlin; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington; Institut für Auslandsbezie- hungen, Stuttgart; Kiasma – Finnish National Gallery, Helsinki; Kunsthalle Schweinfurt; Kunstmuseum Düsseldorf sowie die Sammlung der Kunstakademie Stuttgart.


Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen:

Navid Nuur
Apart from the secret that it holds
41 Dover Street London W1S 4NS

Februar – April 2021
Karel Appel
Object Paintings
Goethestraße 2/3 10623 Berlin

Februar – April 2021
Jeff Elrod
Bleibtreustraße 15/16 10623 Berlin

5. Februar – 13. März 2021
Zhang Wei
57, rue du Temple 75004 Paris


Pressekontakt: 

Galerie Max Hetzler
Honor Westmacott
honor(at)maxhetzler.com
Berlin: +49 30 346 497 85-0

www.facebook.com/galeriemaxhetzler 
www.instagram.com/galeriemaxhetzler 
www.twitter.com/hetzlergallery