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Albert Oehlen, Christopher Wool et al.

Nur nichts anbrennen lassen. New presentation of the collection (group show)
Kunstmuseum Bonn, Bonn
3 June 2020 – 1 July 2022

installation view: Kunstmuseum Bonn, Bonn, 2020. Photo: David Ertl
installation view: Kunstmuseum Bonn, Bonn, 2020. Photo: David Ertl

After the great survey of painting in the exhibition Jetzt! Young Painting in Germany, the Kunstmuseum Bonn is now turning its attention once again to its own collection, which is being presented in a new way in its many and varied aspects, incorporating acquisitions and donations from recent years as well as permanent loans from private collections (KiCo, Mondstudio, Scharpff-Striebich, etc.).

At the same time, the re-hanging also provides a resonance space for the positions previously shown in Jetzt!, since the Kunstmuseum has defined painting as the focal point of its collection of contemporary art from the very beginning. Thus, a room with paintings from the 1980s provides a retrospective of the emphatic revitalization of painting and at the same time an outlook on current painting projects, for example Tobias Pils and his complex paintings, both reflective and intuitively developed. The spectrum ranges from Informel to Palermo, Gerhard Richter, Sigmar Polke and to Pia Fries, Christopher Wool and Thomas Huber.

Also the pictorial possibilities of photography are discussed, with new acquisitions of photographs by Heidi Specker and Viktoria Binschtok, which were previously shown in solo exhibitions at the Kunstmuseum, and photographs by Claudia Fährenkemper and Hartmut Neumann, who donated a comprehensive body of his work to the museum. The museum also received works by Harald Naegeli, who is not presented here as a sprayer, but with his Urwolken as a creator of utopian drawing spaces.

The video centre is showing the film Unheil (disaster) by John Bock, acquired in 2018, which invents a medieval age full of disturbing rituals. Separate rooms are dedicated to Isa Genzken and Georg Herold, two artists who refuse to be tied down by any kind of media or content, Genzken confidently improvising, Herold with irreverent humour "Nur nichts anbrennen lassen" ("Just don't scorch anything").

Kunstmuseum Bonn


Additional:

Albert Oehlen et al.

Come Out! (group show)
Kistefos Museum, Jevnaker
24 May – 13 December 2020

Installation view: Kistefos Museum, Jevnaker, 2020. Photo: Ida Oehlen
Installation view: Kistefos Museum, Jevnaker, 2020. Photo: Ida Oehlen

For the first time, a sizable selection of works from the Christen Sveaas Art Foundation will be shown in a Norwegian museum. The exhibition Come Out! will be showing in The Twist from 24th May to 13th December. 

Sveaas has been a dedicated art collector of both Norwegian and international art since the '80s, and the collection comprises more than 1700 works.

The title of the exhibition is borrowed from one of the works in the exhibition: Come Out # 13 (2015), by American artist Glenn Ligon, that deals with the rights of the individual and the community, whilst also shining a light on a dark event in American history.

Kistefos Museum


Albert Oehlen et al.

Writing the History of the Future (The ZKM Collection) (group show)
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Karlsruhe
23 February 2019 – 8 August 2021

Das 30jährige Bestehen des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist der Anlass, mit seiner Sammlung, die als eine der wichtigsten Medienkunstsammlungen der Welt gilt, die Geschichte der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert neu zu erzählen. Mit über 500 Objekten zeigt die Ausstellung erstmals die Vielfalt der Künste im medialen Wandel. Sie umfasst Fotografie, Grafik, Malerei und Skulptur ebenso wie computerbasierte Werke, Film, Holografie, Kinetische Kunst, Op-Art, Sound Art, visuelle Poesie und Videokunst.

Das 20. Jahrhundert erlebte eine radikale Transformation des Bildes durch die apparativen Medien. Beginnend mit dem Skandal der Fotografie, der darin bestand, dass Bilder sich quasi selbst herstellen, haben die Medien den „Gesamtcharakter der Kunst verändert“ (Walter Benjamin). Fotografie, Film, Fernsehen, Video, Computer und Internet haben das Verhältnis von Künstler, Werk und Betrachter sowie unsere Vorstellung des Schöpferischen neu bestimmt. Die Ausstellung Writing the History of the Future macht beispielhaft den Wandel der Kunst angesichts der sich verändernden apparativen Produktions-, Rezeptions- und Distributionstechnologien deutlich. Sie zeigt auch, wie KünstlerInnen mediale und soziale Praktiken vorwegnehmen, die erst Jahre später für die gesamte Gesellschaft selbstverständlich werden. Sie schreiben, wie der Titel der Ausstellung sagt, die Geschichte der Zukunft.

Durch die alle Gattungen und Medien übergreifende Perspektive eröffnet die Ausstellung Writing the History of the Future auf über 6.000 qm einen neuen Blick auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Diese Epoche rasanten technologischen Wandels durch elektronische und digitale Informations- und Kommunikationstechnologien leitete eine nie gekannte Demokratisierung von Kunst und Kultur ein. Writing the History of the Future macht nachvollziehbar, wie das Versprechen der Fotografie, die Abbildung der Welt zu individualisieren, in den 1960er-Jahren von den AktivistInnen der Videokunst nochmals eingelöst wurde. Mit der plötzlich verfügbaren Videotechnik bildeten sie Welten ab, die weder im Fernsehen noch von der Filmindustrie gezeigt wurden und entwickelten eine Ästhetik, die noch heute unsere visuelle Kultur beeinflusst. Die Erweiterung der technischen Trägermedien des Bildes, vom Tafelbild zum Bildschirm, hat die Kunst in einer neuen visuellen Kultur aufgelöst, Massenkultur und Hochkultur verschränkt. Mit der Verbreitung der Computertechnik in den 1950er-Jahren wandelte sich unsere Vorstellung des Schöpferischen, begann die Automatisierung und Algorithmisierung der Künste. Der zeichenverarbeitende Apparat provozierte Diskussionen wie sie heute im Hinblick auf die Künstliche Intelligenz aufs Neue geführt werden. Elektronische Medien veränderten auch die Wahrnehmung und die Erzeugung des Klangs im 20. Jahrhunderts. Bisher illegitime Klänge und Geräusche wurden zu einem Medium der bildenden Kunst, zur Sound Art.

Die Ausstellung Writing the History of the Future macht deutlich, wie grundlegend Apparate das Verhältnis zum Kunstwerk verändert haben – sowohl im Hinblick auf die Produktion als auch auf die Rezeption. Die Erzeugung von Kunst konzentriert sich nicht mehr allein auf das Subjekt des Künstlers bzw. der Künstlerin, sondern inkludiert diverse Aktanten, seien es Apparate oder Menschen. Durch die Entwicklung der partizipativen, interaktiven und performativen Künste, von bewegten Bildern zu den bewegten BetrachterInnen, entstehen seit den 1960er- Jahren offene Werke, welche die BesucherInnen einer Ausstellung nicht allein zum Betrachten, sondern zum Handeln auffordern.

Die Sammlungspräsentation, für die aus 9.500 Werken ausgewählt wurde, zeichnet sich durch ihre gattungsüberschreitende Inszenierung aus. Sie zeigt den Wandel der Gattung Porträt, der Darstellung des Körpers, des Landschaftsbildes und der Architektur vom Gemälde zur interaktiven Computerinstallation. Sie zeigt die Aktualisierung des Urmediums Schrift sowie der Kunst als Format des kollektiven und individuellen Gedächtnisses unter den Bedingungen der Informationstechnologie. Die Ausstellung präsentiert somit eine Kunst radikaler Zeitgenossenschaft, d.h. eine Kunst, in der KünstlerInnen die Gegenwart mit den technischen Medien ihrer Zeit reflektieren. Sie bietet eine einmalige Gelegenheit, mit zum Teil raumgreifenden Installationen und zahlreichen Inkunablen der Medienkunst, einen umfassenden Überblick über die eigentliche Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert jenseits von Malerei und Skulptur zu gewinnen.

Writing the History of the Future ist nicht allein eine Sammlung von Objekten, sondern auch eine Versammlung von Subjekten. Lounges laden ein, sich zusammenzusetzen und über das Gesehene mit Freunden und Familie auszutauschen, im Ackerspace treffen sich Interessierte zu Workshops und Seminaren. Im BÄM-Lab, dem Maker-Space des ZKM wird gemeinsam experimentiert.

Die Ausstellung ist ein Erlebnis- und Denkraum, in dem das Publikum angeregt wird, an der Geschichte der Zukunft mitzuschreiben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe