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Albert Oehlen

Albert Oehlen / Carroll Dunham. Bäume / Trees
Sprengel Museum Hannover, Hanover
13 June – 18 October 2020

Installation view: Sprengel Museum Hannover, Hanover, 2020. Photo: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover
Installation view: Sprengel Museum Hannover, Hanover, 2020. Photo: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover

ALBERT OEHLEN (*1954, lives and works in Cologne, Germany, and Gais, Switzerland) and CARROLL DUNHAM (*1949, lives and works in New York, USA) experienced their formative artistic years in the 1980s and rank amongst the most influential sources of inspi ration for subsequent generations. For the first time the Sprengel Museum Hannover is now dedicating a Joint exhibition to these two artists. The show focuses on the tree as the unifying element and theme they have worked on many times. Elaborated and handled in a multitude of different ways, the painted tree brings to light the two painters' own unconventional and striking visual languages.

OEHLEN embarked on his career as a student of Sigmar Polke in the circle of the "Neue Wilde" art movement, among other things in collaborative projects with Martin Kippenberger. To this day, his work is marked by extreme openness and always surprising changes of style. His tree pictures, at the beginning still clearly object-oriented, have increasingly evolved into structurally abstract entities, which ultimately float weightlessly as a whole in the white pictorial space accentuated by individual fields of colour.

DUNHAM's path has been entirely different. Moving away from his organically abstract beginnings to grotesquely surreal figures and worlds, he flirted with Pop Art and Action Painting, and incorporated cartoon elements into his paintings. Since 2005 DUNHAM has been painting trees with black contours, thick tree trunks and crowns, and energetic brushstrokes. They are lashed by the wind, posing in shrill, colourful blossoms, freshly felled or dead, or charged with symbolic and mythological meaning.

The two artists share a great mutual esteem. lt is precisely in the diversity of their viewpoints that they span a broad field of cultural history from the biblical Tree of Knowledge to Romanticism, Piet Mondrian and Joseph Beuys and the current climate crisis. Ultimately, the tree becomes above all a field of experimentation for artistic exploration and tireless painterly renewal, as repeatedly demonstrated by nature itself.

The exhibition „Albert Oehlen / Carroll Dunham. Trees" is a production of the Kunsthalle Düsseldorf in cooperation with the Sprengel Museum Hannover. The Sprengel Museum Hannover is the second venue. The exhibition is accompanied by a catalogue with contributions by Carroll Dunham, Chrissie lies, Gregor Jansen, Olga Nevzorova, Albert Oehlen, Reinhard Spieler and Cornelius Tittel.

Curators (Sprengel Museum Hannover): Dr Reinhard Spieler, Olga Nevzorova


Sprengel Museum

Artist Pages

Additional:

Albert Oehlen et al.

Writing the History of the Future (The ZKM Collection) (group show)
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Karlsruhe
23 February 2019 – 8 August 2021

Das 30jährige Bestehen des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist der Anlass, mit seiner Sammlung, die als eine der wichtigsten Medienkunstsammlungen der Welt gilt, die Geschichte der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert neu zu erzählen. Mit über 500 Objekten zeigt die Ausstellung erstmals die Vielfalt der Künste im medialen Wandel. Sie umfasst Fotografie, Grafik, Malerei und Skulptur ebenso wie computerbasierte Werke, Film, Holografie, Kinetische Kunst, Op-Art, Sound Art, visuelle Poesie und Videokunst.

Das 20. Jahrhundert erlebte eine radikale Transformation des Bildes durch die apparativen Medien. Beginnend mit dem Skandal der Fotografie, der darin bestand, dass Bilder sich quasi selbst herstellen, haben die Medien den „Gesamtcharakter der Kunst verändert“ (Walter Benjamin). Fotografie, Film, Fernsehen, Video, Computer und Internet haben das Verhältnis von Künstler, Werk und Betrachter sowie unsere Vorstellung des Schöpferischen neu bestimmt. Die Ausstellung Writing the History of the Future macht beispielhaft den Wandel der Kunst angesichts der sich verändernden apparativen Produktions-, Rezeptions- und Distributionstechnologien deutlich. Sie zeigt auch, wie KünstlerInnen mediale und soziale Praktiken vorwegnehmen, die erst Jahre später für die gesamte Gesellschaft selbstverständlich werden. Sie schreiben, wie der Titel der Ausstellung sagt, die Geschichte der Zukunft.

Durch die alle Gattungen und Medien übergreifende Perspektive eröffnet die Ausstellung Writing the History of the Future auf über 6.000 qm einen neuen Blick auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Diese Epoche rasanten technologischen Wandels durch elektronische und digitale Informations- und Kommunikationstechnologien leitete eine nie gekannte Demokratisierung von Kunst und Kultur ein. Writing the History of the Future macht nachvollziehbar, wie das Versprechen der Fotografie, die Abbildung der Welt zu individualisieren, in den 1960er-Jahren von den AktivistInnen der Videokunst nochmals eingelöst wurde. Mit der plötzlich verfügbaren Videotechnik bildeten sie Welten ab, die weder im Fernsehen noch von der Filmindustrie gezeigt wurden und entwickelten eine Ästhetik, die noch heute unsere visuelle Kultur beeinflusst. Die Erweiterung der technischen Trägermedien des Bildes, vom Tafelbild zum Bildschirm, hat die Kunst in einer neuen visuellen Kultur aufgelöst, Massenkultur und Hochkultur verschränkt. Mit der Verbreitung der Computertechnik in den 1950er-Jahren wandelte sich unsere Vorstellung des Schöpferischen, begann die Automatisierung und Algorithmisierung der Künste. Der zeichenverarbeitende Apparat provozierte Diskussionen wie sie heute im Hinblick auf die Künstliche Intelligenz aufs Neue geführt werden. Elektronische Medien veränderten auch die Wahrnehmung und die Erzeugung des Klangs im 20. Jahrhunderts. Bisher illegitime Klänge und Geräusche wurden zu einem Medium der bildenden Kunst, zur Sound Art.

Die Ausstellung Writing the History of the Future macht deutlich, wie grundlegend Apparate das Verhältnis zum Kunstwerk verändert haben – sowohl im Hinblick auf die Produktion als auch auf die Rezeption. Die Erzeugung von Kunst konzentriert sich nicht mehr allein auf das Subjekt des Künstlers bzw. der Künstlerin, sondern inkludiert diverse Aktanten, seien es Apparate oder Menschen. Durch die Entwicklung der partizipativen, interaktiven und performativen Künste, von bewegten Bildern zu den bewegten BetrachterInnen, entstehen seit den 1960er- Jahren offene Werke, welche die BesucherInnen einer Ausstellung nicht allein zum Betrachten, sondern zum Handeln auffordern.

Die Sammlungspräsentation, für die aus 9.500 Werken ausgewählt wurde, zeichnet sich durch ihre gattungsüberschreitende Inszenierung aus. Sie zeigt den Wandel der Gattung Porträt, der Darstellung des Körpers, des Landschaftsbildes und der Architektur vom Gemälde zur interaktiven Computerinstallation. Sie zeigt die Aktualisierung des Urmediums Schrift sowie der Kunst als Format des kollektiven und individuellen Gedächtnisses unter den Bedingungen der Informationstechnologie. Die Ausstellung präsentiert somit eine Kunst radikaler Zeitgenossenschaft, d.h. eine Kunst, in der KünstlerInnen die Gegenwart mit den technischen Medien ihrer Zeit reflektieren. Sie bietet eine einmalige Gelegenheit, mit zum Teil raumgreifenden Installationen und zahlreichen Inkunablen der Medienkunst, einen umfassenden Überblick über die eigentliche Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert jenseits von Malerei und Skulptur zu gewinnen.

Writing the History of the Future ist nicht allein eine Sammlung von Objekten, sondern auch eine Versammlung von Subjekten. Lounges laden ein, sich zusammenzusetzen und über das Gesehene mit Freunden und Familie auszutauschen, im Ackerspace treffen sich Interessierte zu Workshops und Seminaren. Im BÄM-Lab, dem Maker-Space des ZKM wird gemeinsam experimentiert.

Die Ausstellung ist ein Erlebnis- und Denkraum, in dem das Publikum angeregt wird, an der Geschichte der Zukunft mitzuschreiben.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe