Liz Larner - Galerie Max Hetzler

Eröffnung: 16. September, 18–20 Uhr

Wir freuen uns, Sie auf unsere Ausstellung mit neuen Objekten von Liz Larner in der Goethestraße 2/3 aufmerksam zu machen. Bereits in den 1990er Jahren stellte Larner in Gruppenausstellungen der Galerie Max Hetzler in Köln und bei Luhring Augustine Hetzler in Santa Monica aus. Dies ist Larners erste Einzelausstellung mit der Galerie Max Hetzler.

Seit den 1980er Jahren erkundet und erweitert Liz Larner in ihren Werken die Voraussetzungen und Möglichkeiten von Skulptur. Ihre Arbeiten sind geprägt von der Beziehung zwischen Objekt, Betrachter und Umgebung sowie einem tiefen Interesse an vielfältigen Materialien und ihren jeweiligen Eigenschaften. Hierbei setzt die Künstlerin ein besonderes Augenmerk auf die Veränderungen und Verfallserscheinungen, denen sich bestimmte Materialien im Laufe der Zeit unterziehen.

Die Ausstellung zeigt eine Gruppe neuer Keramikarbeiten. Bereits in den späten 1990er Jahren entdeckte Larner das Material Keramik für ihre künstlerische Praxis. Fasziniert von der Eigenständigkeit dieses uralten Mediums experimentiert die Künstlerin mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Formen. Vor allem der Prozess des Brennens und Glasierens birgt ein Moment des Zufalls und der Unvorhersehbarkeit, das signifikant für das endgültige Objekt ist und der Arbeit mit Keramik eine unkontrollierbare Komponente verleiht. Daraus entstehen bei Larner schwere Gebilde, die mit farbigem Epoxidharz überzogen, intensive, schillernde Farbverläufe zeigen, welche die zugrundeliegende Form hervorheben.
Oft durchziehen Risse und Spalten die Oberfläche der Objekte. Brüche, die Larner zunächst noch auszubessern versuchte, doch mit der Zeit als materialeigene Lebendigkeit mehr und mehr akzeptierte. Ihre Arbeiten mit dem Titel caesura integrieren gerade diese Risse. Der Begriff caesura (dt.: Zäsur) beschreibt in der Literatur einen Einschnitt oder eine Pause innerhalb eines Gedichtverses. Für caesura legt Larner die noch ungebrannten Keramikplatten derart über einen Gegenstand, dass sie beinahe brechen und einen tiefen Spalt bilden. So schafft sie Einheiten, die in sich eine Kluft besitzen.
Ein weiterer Titel, subduction, verweist auf den Prozess der Plattentektonik, bei dem sich zwei Erdplatten übereinander bewegen und dabei einen Bruch entstehen lassen. Larners subductions schieben sich in eben dieser Art übereinander und werden zu zwei versetzten Ebenen, die verschiedene Tiefen und Schatten erlauben. In calefaction fügt Larner ihren Werken Steine und Mineralien hinzu, die durch die Hitze während des Brennens eine Vielzahl an neuen Rissen, Sprüngen und Unebenheiten ergeben und so eine reliefartige Oberfläche eröffnen.

Neben Larners Keramikarbeiten wird in der Ausstellung die Installation the mushroom table, 2011-2016, präsentiert. The mushroom table, bestehend aus einem einfachen Arbeitstisch auf dessen Mitte eine scheinbar unvollendete Keramikskulptur steht, befand sich in genau dieser Anordnung im Atelier von Liz Larner in Los Angeles. Das Epoxidharz tropft bis auf den Boden und das gesamte Arrangement gibt den Anschein, als hätte die Künstlerin nur kurz den Arbeitsprozess unterbrochen um ihr Werk im nächsten Moment fertig zu stellen.

In der Window Gallery der Goethestraße sind darüber hinaus die Skulpturen smile (abiding), 1996-2005 und smile (fangs), 1996-2010 zu sehen. In leicht nach oben gebogener Form erinnert smile (fangs) an Reißzähne. Ein Eindruck, der durch das verwendete Porzellan als hartes, transluzentes Material noch betont wird und welches Ende der 90er Jahre Larner den Anstoß für die Auseinandersetzung mit anderen Keramiken gab.




Galerie Max Hetzler eröffnet parallel die Ausstellung Wilhelm Schürmann Fotograf und Sammler in der Bleibtreustraße 45.


Liz Larner, geboren 1960 in Sacramento, lebt und arbeitet in Los Angeles. Ihre Werke wurden in Ausstellungen in internationalen Institutionen u. a. im Aspen Art Museum (2016); Art Institute of Chicago; Museum of Contemporary Art, Los Angeles (beide 2015); Belvedere, Wien (2014); Public Art Fund, New York (2006) und Museum of Contemporary Art, Chicago (2002) gezeigt. Larners Arbeiten sind in renommierten Sammlungen wie der Deste Foundation, Athen; MAK, Wien; Museum of Contemporary Art, Chicago; Museum of Contemporary Art, Los Angeles; The Smithsonian American Art Museum, Washington; Stedelijk Museum, Amsterdam und dem Whitney Museum of American Art, New York vertreten.


Weitere Ausstellungen und Messebeteiligungen:

Ai Weiwei
3. September – 8. Oktober 2016           
Eröffnung: 3. September, 18–20 Uhr
57, rue du Temple 75004 Paris

Wilhelm Schürmann Fotograf und Sammler
16. September – 22. Oktober 2016       
Eröffnung: 16. September, 18–20 Uhr
Bleibtreustraße 45, Berlin-Charlottenburg

FRIEZE London
6. – 9. Oktober 2016              

Beatriz Milhazes
17. Oktober – 19. November 2016       
Eröffnung: 17. Oktober, 18–20 Uhr
57, rue du Temple 75004 Paris

FIAC Paris
20. – 23. Oktober 2016               

FIAC's On Site – Petit Palais
Ernesto Neto animal nature
20. – 23. Oktober 2016


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